Seit 9 Monaten kein neuer Tourenbericht auf meiner Seite – nun, das war nicht einer Untätigkeit oder Faulheit geschuldet, viel mehr einer sehr guten Auslastung in der Arbeit in Kombination mit einem Distorsionstrauma im Sprunggelenk (November) und einem A2-Ringbandriss (endlich die Hardmoverauszeichnung erhalten!) im März. Das war etwas hinderlich für Unternehmungen aber jetzt geht Reha-klettern wieder – vor allem mit Grazer Berglandgraskletterwandern 😉
Zu viert, alle wenig geklettert in letzter Zeit und keine Lust unsere Grenzen auszuloten, hatten wir etwas leichtes am SO-Sporn des Röthelstein im Sinn. Postlerweg, Elfengarten und die Schlangengrube bieten hier alle durchwegs schöne Touren, die vernünftig abgesichert und zum (Wieder-)Einstieg gut geeignet sind. Außerdem kannte ich die Schlangengrube nur aus Erzählungen, auch aus diesem Grund wollte ich sie mir trotz des Kriechbandes einmal anschauen.
Die 1. Seillänge ist jetzt sehr schön geputzt und sehr wenig moosig, eine tolle Länge, wenn auch die Querung am Ende etwas trübt, aber die Felsqualität ist hier schon sehr gut und wird nach oben hin nur besser.
Was mir allerdings schon hier aufgefallen ist, und was sich bis oben nicht ändern wird, ist die wirklich enge Absicherung dieser Route. Ein Luxus, wären da nicht die selbst zusammengeschusterten, rostigen Drahtsanduhren die ausgefranst mit einfachen Klemmen ohne selbstsichernde Muttern in die Route gebohrt wurden. Für diese Art der Altmetallentsorgung würde ich mich genieren – aber wir haben an diesem Tag genommen was da ist, vor allem die Bohrhaken. 😉








Die 2. Seillänge steigt meine Gefährtin vor und ich sichere vom Stand. Sieht nach einem kurzen Aufschwung aus und mehr bleibt mir vom Stand aus leider verborgen. Als ich nachsteige, befinde ich mich in einer 40m langen Traumlänge mit ausgeschwemmten Henkeln und Wasserrillen. Geniale Seillänge und ich feiere diese Tour gerade mit der Hoffnung auf mehr davon. Anscheinend kann man hier auch einmal einen Zwischenstand machen, kann es aber gut ausgehen und etwas Zeit sparen.














Doch die folgenden Seillängen können leider nicht daran anschließen. Es gibt aber kompakten Fels und kürzere Kletterstellen, die alle sehr eng abgesichert sind. Die 5- Stelle ist ein Aufsteher über einen Bauch, der ein wenig unübersichtlich ist aber mit großen Griffen wartet.
Das Kriechband ist dafür meine neue Leidenschaft! Ich habe keine Zeit darauf verschwendet auf dem glattpolierten Band zu stehen und ev. auszurutschen, sondern habe mich gleich daraufgelegt und mich schiebend nach oben gearbeitet – ich empfehle einen kleinen Rucksack zu verwenden. Das geht wirklich gut und hat auch eine gewisse Komik! Unschwer aufstehen und über eine Wandstelle schleichen wir zur Kante hinaus. Danach gibt es Plattenpanzer, Aufschwünge und weiterhin viele rostige Drahtschlingen.
Die 7. Seillänge ist dann noch einmal ein längeres Kletterstück mit schönen Stellen, die zwar nicht an die 2. Seillänge herankommt, aber trotzdem noch einmal heraussticht und als Abschluss würde ich zukünftig die letzte Seillänge vom Elfengarten als 5er Variante machen, was eine mehr als tolle Abschlussseillänge ist.
Fazit
Eine weitere Grazer Berglandgraskletterwanderung mit wirklich gutem Fels, natürlich auch Gehstücken dazwischen und einer sehr engen Absicherung, die zwar seit der Erstbegehung saniert wurde, aber noch deutlich Verbesserungspotential hat. Da stellt sich mir die Frage: Wieso müssen leichte Touren entweder sehr bescheiden oder sehr beschissen abgesichert sein?
Eine Empfehlung kriegt die Tour trotzdem, obwohl sie im Vergleich zu den anderen recht jung ist, ist sie doch schon etwas abgeklettert, aber nicht dramatisch, es gibt viele tolle Kletterstellen und Gehgelände zum Verschnaufen. In etwa 2,5 Stunden waren wir durch obwohl wir weit davon entfernt sind, schnell zu klettern.
Topo (nicht ganz kongruent mit dem aus dem Grazer Berglandführer, besser das aus dem Buch nehmen!) auf bergsteigen.com