Der Gamskögelgrat (UIAA 4-) in den Niederen Tauern

Seit ich den Führer „Klettern im leichten Fels“ gekauft habe, ist mir diese Tour immer wieder ins Auge gestochen. Als lieblicher Urgesteinsblockgrat für alpine Einsteiger, mit mittlerer Absicherung wird er dort beschrieben.
Meine Neugierde war geweckt und ich schrieb die Tour im Zuge meiner Tourenführertätigkeit beim Alpenverein aus. Den ersten Termin musste ich auf Grund der unsicheren Wettervorhersage verschieben, aber im August hat es dann gepasst.
Thomas wollte in diesem Jahr sowieso noch eine längere, alpinere Tour machen und hat sich mir zu Übungszwecken angeschlossen.
Der Zustieg nahm schon etwas Zeit in Kauf, aber so ist das nun mal in Gesäusenähe. Anfangs noch sanft dahingleitend war das Gelände dann doch sehr schroff zur Amtmannscharte hinauf. Felsblöcke, Schotter, Schrofen und Gras mischten sich hier kunterbunt durcheinander und neben uns ragte schon der Grat empor.

Noch am Beginn des Steilhanges – so trocken war das Shirt oben nicht mehr.

Der Einstieg ist problemlos zu finden, da die Wegbeschreibung im Topo sehr gut war und in den ersten Seillängen gibt es ein paar Haken und auch einige Klettermeter. Wir gingen über die 4- Stelle links und kletterten diese mit den Zustiegsschuhen, was man ohne Weiteres machen kann. Beherztes Zupacken vorausgesetzt.

Man gewöhnt sich sehr schnell daran, an allen möglichen Zacken und Köpfl Stände zu bauen, auch zwei – drei Stände mit Friends und Klemmkeilen haben wir gebaut. Hier findet man ideales Gelände dafür um dies zu üben oder wieder aufzufrischen.
Abschnittsweise gab es hier viel Gehgelände und wir gingen große Abschnitte immer wieder am laufenden Seil und versuchten immer min. 1 Zwischensicherung zwischen uns zu haben. Dies benötigte eine gute Kommunikation zwischen den Kletterern und war nicht ganz ungefährlich. Die „Reitgratstellen“ waren dafür sehr gut mit Bohrhaken abgesichert und ließen sich leicht überwinden. Dafür sorgte ein anderer Grat ohne Haken und einem oagen Tiefblick kurz für Unsicherheit. Zu legen oder abzusichern gab es hier nichts, aber auch diese Stelle hatten wir gleich hinter uns gebracht und machten eine kurze Pause.

Die 3+ Wandstelle nach dem Wandbuch löste sich gut auf und war nur ein kurzes Stück. Ich glaube nach dieser Stelle sind wir nur mehr am laufenden Seil gegangen und standen etwas überrascht dann auch am Gipfelplateau. Eine erlebnisreiche Tour mit exzellentem Panorama, aber auch abenteuerlicher als gedacht, liegt hinter uns.
Auf bergsteigen.com ist die Absicherung mit „Gut“ angegeben und im Führer mit „Mittel“. Das sah ich persönlich gar nicht so, da alle Stände selber zu bauen sind. Zu Beginn konnte man zwar noch an einem Bohrhaken Stand machen, sollte diesen aber auch mit mobilem Zeug wie Friends oder Klemmkeilen aufbessern. Schließlich sollte ein Stand ja immer redundant sein. Insofern war meine Einschätzung bezüglich der Absicherung eher „Alpin“ – was ich auch allen Aspiranten ein wenig ins Stammbuch schreiben wollte.

Rückblick auf den Grat

Geplant war ursprünglich, dass wir 3h am Grat unterwegs sind. Durch Standbauaktionen und Pausen und da wir nicht die Schnellsten waren (zugegeben) hatte sich diese Zeit gleich auf 5h verlängert und wir staunten nicht schlecht, wie lange wir benötigten.
Hier ein Überblick über unsere Zeiten:
Zustieg: 2h
Gratkletterei: 5h
Abstieg: 2,5h
Auf stabiles Wetter und einen frühen Start ist also zu achten, dann steht einem großartigen Ausflug mit etwas wenig Kletterei, nichts im Weg. Ahja. der Abstieg war dann auch nicht ohne, aber das dürft ihr dann selber erleben. Hier der Link zum Topo auf bergsteigen.com.

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