Vom Admonterhaus zum Grabnerstein oder „Wenn ein Deutscher die Tourenplanung macht…“

Ich plane gerne. Wirklich. Stundenlang vor Karten sitzen, oder online Tourenplaner verwenden, tagelanges studieren von Kletter-/Boulderführern um die besten Routen oder Blöcke zu finden und die dann im Urlaub anzugehen. Selten gebe ich diese Aufgabe aus der Hand, aber wenn ein Musikerkollege meiner Gefährtin zur gemeinsamen Wanderung einlädt, dann vertraue ich darauf, dass er die selbe Sorgfalt walten lässt wie ich. Nun, man lernt ja dazu.
Wenn ein Deutscher die Wanderung plant, kann es leicht sein, dass er vergisst zu erwähnen, dass sich ein Klettersteig in der Tour befindet. Aber der Reihe nach.

Ein warmer Herbsttag war es und wir starteten Richtung Gesäuse. Zukünftig wird es auch mehr Wanderungen in den Tauern geben, da sie einfach wilder, ausgesetzter und höher sind.
Die Tour sollte nicht allzu lange dauern, da für den Nachmittag Wetterverschlechterung prognostiziert war. Wir starteten vom Parkplatz am Buchauer Sattel Richtung Admonter Haus. Bei der Graberalm haben wir eine erste, kurze Rast eingelegt und die ersten Sonnenstrahlen genossen.

Gut aufgewärmt auf Grund der zurückgelegten Höhenmeter erreichten wir das Admonter Haus und gönnten uns eine kurze Mahlzeit und den Ausblick ins Tal. Hier überlegten wir auch, was wir nun weiter machen sollten. Mittagskogel, Natterriegl und Hexenturm klangen sehr verlockend, aber hätten unseren Ausflug um ein paar Stunden ausgedehnt also entschieden wir uns für den Jungfernsteig und den Grabnerstein mit dem Abstieg über Zilmkogel zurück zur Grabneralm und wieder zum Parkplatz.

Vom Admonterhaus geht ein schönes Wegerl Richtung Grabnerstein und das Gelände wird bald felsiger und etwas bröselig. Schon tauchten die ersten Stahlseile auf und ich dachte zuerst an einen versicherten Steig. Auch unser „Guide“ für den Tag zeigte sich überrascht, da er sich an diese Versicherung nicht erinnern konnte. Jedenfalls stiegen wir über bröseliges Gestein mit Trittstiften in einem 1er-2er Gelände, wobei ich das Stahlseil links liegen ließ. An einer Ecke kamen uns dann zwei Klettersteiggeher entgegen, die sich etwas verduzt zeigten, da wir ohne Sicherung oder Helme unterwegs waren. Etwas mulmig wurde mir als Sicherheitsfanatiker da schon, aber meine Gefährtin und auch die anderen der Gruppe waren nicht eingeschüchtert sondern bester Laune.

Jedenfalls gingen wir den Klettersteig (Schwierigkeit: B) zu Ende und der restliche Weg zum Grabnerstein war dann problemlos zu meistern. Die Höllenotter (schwarze Kreuzotter) hat sich auch rechtzeitig vom Weg vertschüsst als wir daherkamen und so konnten wir den Tag schlussendlich noch genießen. Die 1000HM bergauf legten wir dann auch noch bergab zurück, was dann schon ein wenig in die Füße ging, aber problemlos zu gehen war.

Die Tour habe ich auf alpenvereinaktiv.com gestellt, empfehle aber allen Nachahmern ein Klettersteigset und einen Helm mitzunehmen. Nicht auf Grund der Schwierigkeit, aber das Gestein ist sehr bröselig und das Gelände steil, außerdem geht Sicherheit immer vor.

Link zur Tour

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